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In der Nacht auf dumpfem Bette
Wälz ich mich mit wachen Sinnen,
Muss mit meinem Geist und Körper
Rasche Wanderung beginnen.
 
Angstvoll messen meine Glieder
Hin und her des Bettes Breite,
Wandern von der heissen linken
Auf die glühende rechte Seite.
 
Doch mein Geist ergreift den Stecken
Und spaziert am Traumgestade,
Dreht sich irrtumsfroh im Kreise
Auf dem grossen Weltenrade.
 
Rennt durch alle Lebenszeiten,
Klopft am Anfang, frägt am Ende,
Wo er zwischen beiden Türen
Eine gute Ruhstatt fände.
 
Dass ich doch für seine Füsse
Endlich eine Bremse hätte!
Ewig geht er hin und wieder,
Wie die Glieder auf dem Bette,
 
Bis der Schlaf die kühle Decke
Über meinen Körper breitet,
Und der enge Geisteswandel
Ins Unendliche sich weitet.
 
(aus der Zeit der späteren Gedichte, 1906−1918)