Abschied
 
Aus der Heimat weicht mein Fuss,
Scheidend schick ich aus der Ferne,
Meinem Dorf den letzten Gruss,
Folge dann dem Wandersterne.
 
Hinter mir liegt nun das Land
Wo den Knaben hold umfingen
Vatersorge, Mutterhand.
Was wird mir die Fremde bringen?
 
Treuer Freunde Abschiedsgruss
Hat dem bangen Ohr geklungen,
Eines holden Liebchens Kuss
Noch zuletzt mein Herz bezwungen.
 
Traurig flüsterte ein Baum.
Bei der Blätter leisem Rauschen
Durfte ich in seinem Traum
Noch ein holdes Lied erlauschen.
 
Vorwärts trägt mich nun mein Fuss,
Hinten bleibe, was vergangen,
Vorne sind beim letzten Gruss
Mir die Sterne aufgegangen.
 
Auf des Stromes Wellenspiel
Fällt des bleichen Mondes Schimmer.
In der Ferne liegt mein Ziel
Doch der Heimat denk ich immer.
 
(aus der Zeit der frühen Gedichte, 1895−1904)